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Vorsicht bei der Errichtung eines Testamentes ohne Beratung durch einen Rechtsanwalt

Ihr Fachanwalt für Erbrecht in Heilbronn warnt vor der Abfassung einer letztwilligen Verfügung ohne professionelle Beratung.

 

In Laientestamenten ist der letzte Wille häufig nicht gerichtsfest dokumentiert. Oft wird schlicht vergessen, einen Erben einzusetzen.

 

Die Praxis versucht die missglückte Abfassung eines Testamentes durch Auslegung zu retten. Diesem hat der Bundesgerichtshof in seiner jüngsten Entscheidung vom 9.7.2019, Az. IV ZB 30/18, enge Grenzen gesetzt. Grenze der Auslegung ist der Wortlaut der letztwilligen Verfügung. Der von dem Gericht ermittelte tatsächliche Wille muss in dem Testament zumindest angedeutet sein, ansonsten würde die strengen Formvorschriften unterlaufen werden (Andeutungstheorie).

 

Ein kinderloses Ehepaar hatte in einem gemeinschaftlichen Testament sich gegenseitig als Erben eingesetzt und im Jahre 2012 dieses Testament ergänzt. Nunmehr solle für den Fall des gleichzeitigen Ablebens die Nichte und die drei Neffen alles erben.

 

Das Ehepaar verstarb im Abstand von 16 Monaten und hinterließ einen Nachlass in Höhe von ca. Euro 350.000.

 

Die allgemeine Erfahrung in der Beratungspraxis und verschiedene in dem Verfahren eingeführte Indizien legten den Schluss nahe, dass die Einsetzung der Nichte und der Neffen als Schlusserben auch dann gewollt war, wenn die Ehegatten in erheblichen zeitlichen Abständen versterben. Trotzdem gab der BGH den gesetzlichen Erben Recht.

 

Nach dem Wortlaut des Testaments wurde die Nicht und die Neffen nur für den Fall, in welchem die Erblasser zur selben Zeit oder zumindest in so kurzer Zeit hintereinander versterben, dass der überlebende Ehegatte keine Zeit mehr für die Errichtung eines neuen Testamentes hat, zu Erben eingesetzt.

 

Der Wille des Erblassers, die Nichte und die Neffen zu Schlusserben einzusetzen muss zumindest im Testament angedeutet sein. Insofern hat der Bundesgerichtshof gegen den Willen der Erblasser die gesetzliche Erbfolge als richtig erachtet, da der angenommene tatsächliche Wille der Erblasser im Testament nicht angedeutet wurde. Das gewollte Testament wäre dementsprechend nicht formwirksam errichtet worden.

 

Auch wenn diese Entscheidung als zu eng kritisiert wird, ist anzunehmen, dass die Instanzgerichte nunmehr bei der Auslegung von Testamenten vermehrt darauf achten, ob die ermittelte oder von dem Antragsteller gewollte Erbfolge in dem Testament selbst angedeutet wurde. Wie die oben genannte Entscheidung des BGH eindrucksvoll belegt, kann es passieren, dass das Testament nicht so ausgelegt wurde, wie die Erblasser dies wollten.

 

Betroffenen kann daher nur empfohlen werden, sich an einen Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht zu wenden. Dieser kann helfen, den letzten Willen gerichtsfest zu formulieren.

 

Ihr Erbrechtsanwalt aus Heilbronn

 

Dr. Andreas M Kramp

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht

Fachanwalt für Handels – und Gesellschaftsrecht

Fachanwalt für Insolvenzrecht

Rechtsanwalt Dr. Andreas M. Kramp
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